Wandern auf den Spuren der Aphrodite

Von Peter Fritschler, Journalist aus Kassel

Auf der Mittelmeerinsel Zypern gibt es Sonne fast das ganze Jahr

„Geboren aus dem Schaum des Meeres“, so heißt es bei Homer, betrat Aphrodite an Zyperns Gestaden die Menschenwelt. Die Göttin der Liebe und der Schönheit wusste warum. Die Insel im östlichen Mittelmeer bietet Sonne fast das ganze Jahr, steile Klippen, karge Landschaft hier, üppige Vegetation da, mächtige Berge mit kühlen und schattigen Wäldern. Geradezu ideal, um auf Schusters Rappen den Spuren der Aphrodite und der Götter zu folgen. Auf die griechische Mythologie trifft man auf der drittgrößten Insel des Mittelmeeres in fast jedem Winkel.

Unterwegs im Troodos-Gebirge
Unterwegs im Troodos-Gebirge

Wenn in Deutschland die trüben und dunklen Tage die Herrschaft übernommen haben, dann scheint auf Zypern noch kräftig die Sonne. Niederschlagsmonate sind nur der Dezember und der Januar, im Troodos-Gebirge, wo es im Winter auch schneien kann, noch der Februar/März. Das Gebirge, die Karpasia-Halbinsel im türkisch besetzten Nordteil und das Hinterland von Paphos, die Halbinsel Akamas, sind beste Wandergebiete. Zunehmend findet man dort auch schon gekennzeichnete Wege, allerdings sind die Markierungen nicht mit denen in der heimischen Region zu vergleichen.

Halbinsel Akamas
Halbinsel Akamas

 

Auf Aphrodites Spuren wandert man zum Beispiel auf der Halbinsel Akamas, der ein mythischer Prinz ihren Namen gab. Die Akamas-Halbinsel steht wegen ihres besonderen Pflanzenreichtums unter Naturschutz; eine strauchartige Vegetation bestimmt das Landschaftsbild aus Mastixsträuchern, Wacholder, Ginster und der dornigen Pimpernelle. Einem Naturwanderweg folgend erreicht man den Moutti tis Sotiras auf 370 Meter Höhe. Das grandiose Panorama auf die Chrysochou-Bucht, das türkisfarbene Meer und auf zerklüftete Küsten aus hellem Kalkgestein entlohnen für den Aufstieg. Bergab geht es dann auf schmalen Pfaden, die sonst den Schlappohrziegen und Fettschwanzschafen gehören, zu den Bädern der Aphrodite. Dort, in einer Grotte unter einem Feigenbaum, soll sie sich in Adonis verliebt haben.

Dörfliches Ambiente
Dörfliches Ambiente

Ein Höhepunk dürfte auch das Durchqueren der Schlucht von Avagas sein. Knapp sechs Kilometer lang ist sie, bis 200 Meter steigen die Wände hoch, nur in der Mittagszeit dringt die Sonne bis auf den Grund der schmalen Klamm. Beginnen kann man die Wanderung im Dörfchen Arodes, das man Richtung Westen verlässt. Auf breiter Schotterstraße kommt man an Olivenbäumen und Weinstöcken vorbei gehend schnell in unwegsameres Gelände. Trittsicher und standfest muss man bereits auf den Ziegenpfaden sein, die Richtung Schlucht führen. Schmal ist der Einstieg, bis man auf den Trampelpfad kommt, der am kleinen Bach entlang für die nächsten zweieinhalb Stunden Begleiter sein wird. Zypressen weichen dem Oleander und dem Johannisbrotbaum. Dessen Früchte verarbeitet man zu Sirup oder Heilmitteln. Und die Kerne, jeder wiegt exakt ein Karat, dienten früher als unbestechliches Gewicht beim Goldhandel.

Immer wieder wechselt man die Bachseite auf dem Weg zu Tal, muss manchmal durch das flache Wasser waten. Steine, Äste und Macchia versperren oft den Durchgang, doch wenn man das Toxefstra-Tal in Küstennähe erreicht hat, sind alle Strapazen vergessen.

Peter Fritschler - Journalist aus Kassel
Peter Fritschler – Journalist aus Kassel
Informationen
Zur Region Zypern bietet neben seinen gut 50 Wanderwegen Kultur pur, von der Bronzezeit bis zur Klassik, von der Byzantinik bis zur Renaissance. Sehenswert ist das Museum für byzantinische Kunst im griechischen Teil Nikosias in einem Seitenflügel des neuen Erzbischofspalasts mit über 150 aus ganz Zypern zusammengetragenen Ikonen. Gleich daneben ist die Bischofskirche, deren einschiffiger Innenraum prächtig mit Blattgold ausgestattet ist. Das Nationalmuseum präsentiert die schönsten und kostbarsten Stücke, die Archäologen auf Zypern entdeckten. Unter anderem findet man dort eine Auswahl der teilweise lebensgroßen Terrakotta-Figuren von Agia Irini (7./6. Jh. V. Chr.) oder die Marmorstatue der Aphrodite von Soli. Im türkischen Teil lohnt sich der Besuch des Museums für türkische Volkskunst, des Girne-Tors oder der Sophienkathedrale (heute Selimiye-Moschee). Überall auf Zypern findet man Klöster und Kirchen, die meist kleine Schätze beherbergen. Im Troodos-Gebirge sind die Scheunendach-Kirchen besondere Kleinode, neun der alten sakralen Dorfgebäude stehen auf der Weltkulturerben-Liste der Unesco.
Reisezeit Februar bis Dezember
Veranstalter Wikinger Reisen bietet Nord- und Südzypern mit verschieden Programmen als Wander- und Radreise anWandereisen z. B.

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Weitere Infos www.nordzypern-touristik.dewww.visitcyprus.org.cy

Kommentare

  1. Tausend Dank für diesen wunderschönen Bericht! Auch ich war dort……vor einigen Jahren….. zum zypriotischen Osterfest und werde den Zauber der Landschaft, die grandiosen Wanderungen, die phantasievolle Unerkunft im Dorf und die reizende Gastfreundschaft nie vergessen! Prädigkat: Sehr empfehlenswert! Beste Grüße aus Berlin!

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