Wandern auf Elba

Die Idee:

Lange schon wollte ich mal erkunden, wie attraktiv das Wandern auf den kleineren italienischen Inseln so ist. Viele andere Mittelmeerziele wie Korsika, Sardinien oder Mallorca begeistern die Freunde vom Wandern und Trekking. Aber Elba taucht in den Gesprächen und Berichten der Wanderszene nur selten auf. Ein Grund, mal nachzuschauen.
Zuerst geht in solchen Fällen der Blick in den Wikinger-Katalog. Die beiden Elbareisen lesen sich doch ganz attraktiv. Also: weiter recherchiert, Wanderführer und Karten gekauft, Infos von Kollegen eingeholt und die nächste Chance – nach der Zugspitzreise – zu einem Besuch der drittgrößten Mittelmeerinsel genutzt.
Schon die Anreise mit der Fähre ab Piombino ist ein Erlebnis. Elba liegt zum Greifen nahe vor der Küste, und in einer Stunde ist die Überfahrt schon vorbei. Die Fähre macht direkt an der absolut sehenswerten historischen Hafenstadt Portoferraio fest. Von hier aus wurde schon zu Etruskerzeiten Erz auf Schiffe verladen wurde, die von Elba auf das Festland übersetzten.

Die Landschaft:

Einen sehr natürlichen Eindruck macht die bergige Landschaft der Insel. Vom Schiff aus wirkt Elba fast unbewohnt. Die kleinen Bergorte, die wir nach und nach entdecken, wirken sehr kompakt. Sie liegen oft auf Bergrücken und fügen sich harmonisch in die macchia- und waldreiche Landschaft ein.
Als wir uns auf die Wandersocken machen, beschleicht uns gleich ein merkwürdiges Gefühl. Irgendetwas ist anders. Na klar: wer im Mittelmeerraum wandert, hat es meist mit Kalkstein als Landschaftsbildner zu tun. Auf Elba wandern wir aber zwischen mächtigen Granitblöcken herum. Die skurrile Wollsackverwitterung, die den Fels zu burgenähnlichen Gebilden modelliert, prägt hier eine fantastische Wanderlandschaft. Und mit dem rund 1000 m messenden Monte Capanne kommt man auf Elba ganz schön hoch hinaus!
Wie schön, dass Elba auch nach der Wanderung mit absoluten Highlights aufwarten kann: Die unbebauten Sandbuchten liegen atemberaubend zwischen felsigen Halbinseln. Malerische Fischerorte bringen Farbe ins Bild, und der Sundowner in einer einfachen Strandbar mit Blick auf die hinter Korsika untergehende Sonne ist erneut atemberaubend. So viel habe ich selten in ein paar Tagen fotografiert. Wer´s nicht glaubt, kann sich hier die Bilder ansehen und einen Eindruck von Elba bekommen.

Und weiter?

Eins ist sicher: Elba steht bei mir nun fest auf der Planungsliste für die Wanderreisen der nächsten Jahre.

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