Wanderreise nach Island: Vulkane & Gletscher – hautnah!

Nach Island wollte ich schon immer mal. Meine Vorstellungen: Ursprüngliche Natur, schroffe Felsen und grüne Weiten, wenig Menschen. Warum also nicht die Gelegenheit nutzen und mit dem eigenen Arbeitgeber verreisen und sich einen Eindruck dieses gar nicht so weit entfernten Landes machen.

Auf nach Keflavik!

Gesagt, getan. So geht es am späten Sonntagabend mit Air Berlin von Düsseldorf aus nach Keflavik. Nach gut 3,5 Stunden Flug landen wir auch schon in der Dämmerung Islands, richtig dunkel wird es zu dieser Jahreszeit nicht. Wir fahren eine Stunde mit dem Bus und erreichen wir unseren Zeltplatz in Reykjavik, beziehen so leise es geht (es ist mitten in der Nacht und wir möchten die anderen Zeltplatzbewohner nicht wecken) unsere Zelte.

Nach einer kurzen, aber ruhigen Nacht trifft sich die Gruppe zum gemeinsamen Frühstück, wir stellen uns einander vor und unser Reiseleiter Christoph erläutert uns die kommende Woche. Alle Reiseteilnehmer entpuppen sich als Island-Neulinge und so sind wir geschlossen sehr gespannt auf die Eindrücke, die uns erwarten. Nachdem alle Lunch-Pakete gepackt und in den Wanderrucksäcken verstaut sind, machen wir uns auf den Weg über den Golden Circle in Richtung Thorsmörk, wo uns der Campingplatz Basar für die nächsten 5 Nächte erwartet. Der Golden Circle besteht aus drei natürlichen

Sehenswürdigkeiten, die wir uns nicht entgehen lassen: Thingvellir, Gullfoss und Strokkur. Unser erster Halt ist das Gericht der alten Wikinger, Thingvellir. Hier wandern wir ein kurzes Stück durch die Allmännerschlucht, einer von vielen für Island typischen Erdspalten, bevor wir die Thingstätte Thingvellir erkunden. Hier urteilten schon die Wikinger zu ihren Zeiten über Recht und Unrecht.

Thingvellir
Thingvellir
Gullfoss
Gullfoss

Wasserfälle und Geysire

Weiter geht es zum Gullfoss, einem atemberaubenden Wasserfall, der, wie wir schnell merken, aufgrund seiner Schönheit viele Touristen anlockt. Die Digitalkameras werden gezückt und ordentlich beansprucht, bevor es zu einem weiteren Naturschauspiel geht: Wir setzen unseren Weg fort zum Geysir Strokkur, der in regelmäßigen Abständen eine heiße Wasserfontäne in die Höhe schießen lässt. Rund um den Geysir brodelt und köchelt es, heißer Dampf strömt aus dem Boden und es riecht nach Schwefel, ein wirklich ungewöhnliches Spektakel für Mitteleuropäer wie uns.

Hier erleben wir auch zum ersten Mal das typische isländische Wetter. Nachdem uns die Sonne den ganzen Vormittag mit ihrer Anwesenheit erfreut hat, fängt es sehr schnell an zu regnen. Aber ehe wir uns versehen, gibt es bereits nach wenigen Minuten einen Umschwung und die Sonne kehrt zurück.

Wir nutzen die Gelegenheit und machen auf dem Weg zu unserem zu Hause für die nächsten Nächte gleich noch zwei Stopps: An einem kleinen Supermarkt decken wir uns mit „dringend“ notwendigen Lebensmitteln wie Keksen und der ein oder anderen Dose einheimischen Bieres ein und lassen es uns nicht nehmen, einen kleinen Spaziergang am Seljalandsfoss zu unternehmen. Wann hat man schon die Möglichkeit, einen 66 Meter hohen Wasserfall zu umrunden und durch ihn hindurch in die isländische Landschaft zu schauen?

Seljalandsfoss
Seljalandsfoss

Camping in Island

Dies ist der letzte Programmpunkt und wir verlassen die befestigten Straßen, etwas skeptisch, ob unser Bus wohl für die Überquerung von Furten und steinigen Pisten geschaffen ist. Denn so sieht der Weg zu unserem Campingplatz aus. Der Bus erweist sich als äußerst strapazierfähig und unser Busfahrer Wiki lenkt ihn souverän ca. eine Stunde lang über Furt und Stein. In unserem Camp angekommen werden wir schon von Silvio, unserem Koch, erwartet. Wir beziehen die Zelte und genießen unser erstes gemeinsames Abendessen, bevor wir müde, aber glücklich in die Schlafsäcke kriechen.

Morgendlicher Blick aus dem Zelt
Morgendlicher Blick aus dem Zelt

Die Bergwelten der Thorsmörk

Die nächsten vier Tage führt Christoph uns durch die Bergwelten der Thorsmörk. Das isländische Wetter meint es in dieser Zeit gut mit uns. Auch wenn es vereinzelt mal regnet, können die Regensachen meistens im Rucksack verstaut bleiben.

Die Touren werden von Tag zu Tag anspruchsvoller. Es geht über schmale Pfade bergauf und bergab, aber jeder in der Gruppe kommt gut mit. Am Ende jeder Wanderung werden wir von Silvio mit Tee und Kaffee empfangen und genießen die Ruhe und Abgelegenheit unseren Camps, stets begleitet vom Rauschen des Flusses Krossa.

Die Mahlzeiten, die Silvio jeden Abend für uns zubereitet, begeistern. Es gibt typische Gerichte wie Fisch und Lammkotelettes, aber auch die nicht unbedingt isländischen Spaghetti Bolognese schmecken uns nach den Wanderungen sehr gut. Die Gruppe sitzt bis zur Dämmerung zusammen am Feuer oder im Zelt und lässt die gewonnenen Eindrücke Revue passieren.

So vergehen die Tage im Camp wie im Flug bis wir freitags zur Königswanderung aufbrechen. Der Aufstieg auf den Fimmvördurhals ist das Highlight dieser Reise. Er ist mit Schneefeldern und teilweise steilen Abhängen durchaus anspruchsvoll, belohnt aber mit fantastischen Aussichten und lässt jedes Wandererherz höher schlagen. Auf dem Gletscher angekommen finden wir uns in einer schneebedeckten rauen Vulkanlandschaft mit Blick auf die Vulkane Eyafjallajökull und Myrdalsjökull wieder, die zum Verweilen einlädt. Zurück geht es den gleichen Weg, der auch bergab über die Schneefelder und ein weites Bergplateau tolle Panoramen bietet. Nach einem langen Wandertag erreichen wir unser Camp und verbringen den letzten gemeinsamen Abend in der Thorsmörk bevor wir Samstagmorgen wieder Richtung Reykjavik aufbrechen.

Ich als Pferdenarr freue mich schon allein wegen der Islandpferde, die überall links und rechts der Hauptverkehrsstraßen zu sehen sind, auf die Fahrt.

Ausblick unterwegs zum Fimmvördurháls
Ausblick unterwegs zum Fimmvördurháls
Aufstieg zum Fimmvördurháls
Aufstieg zum Fimmvördurháls

Entspannen in den heißen Quellen

Auf dem Weg halten wir in der Hengill und setzen zu unserer letzten, relativ entspannten Wanderung an. Das Ziel ist eine natürliche Wellness Oase, die heißen Quellen, die am Ende der Wanderung auf uns warten. Hier nehmen wir ein wohltuendes Bad und es fällt allen sichtlich schwer, sich wieder aus dem Fluss zu erheben und sich auf den Weg zurück zum Bus zu machen.

Abschied in Reykjavik

In Reykjavik angekommen, beziehen wir ein letztes Mal unsere Zelte und verabschieden uns nach dem Abendessen von den ersten Mitreisenden, die bereits früh morgens wieder nach Hause fliegen. Die Verbliebenen erkunden am nächsten Tag Reykjavik, eine Stadt die sich wegen ihrer überschaubaren Größe hervorragend fußläufig erkundigen lässt.

Gegen Abend verlassen wir wehmütig den Zeltplatz, denn eigentlich wären wir gerne noch länger Gast in diesem wunderbaren Land geblieben und werden mit dem Bus zum Flughafen gebracht. Dort heißt es Abschied nehmen und ein letztes Mal die unbeschreiblich schöne isländische Landschaft in der Dämmerung bewundern.

Hallgrímskirkja
Hallgrímskirkja
Dies war meine erste Wanderreise nach Island, aber bestimmt nicht die letzte 🙂
Eure Julia
Neugierig geworden? Hier findet ihr unsere Reise „Vulkane & Gletscher – hautnah!“.

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