Wanderstöcke – eine Frage der Einstellung

Die nächste Wander-Reise ist gebucht, du packst deine Tasche und schaust fragend auf die Ausrüstungsliste: Wanderstöcke ja oder nein? Soll ich mir extra welche zulegen? Werde ich sie wirklich brauchen? Bin ich der Wanderstock-Typ? Gleich vorab: bei der Typberatung wird der Artikel nicht helfen. Aber dafür eine Vorstellung vermitteln, wann und wie du Wanderstöcke einsetzen kannst – denn oft ist es einfach eine Frage der (richtigen) Einstellung 🙂

„Einstellung“ beginnt im Kopf

„Stöcke sind doch nur etwas für Menschen mit Knieproblemen“ – da kann ich gleich antworten: „nein!“ Wanderstöcke zur Unterstützung beim Gehen, egal ob im flachen oder bergigen Gelände, ist mittlerweile schon zur Normalität geworden. Schau‘ dich um: Nordic-Walker, Wanderer oder Trailrunner – sie alle nutzen ihre Stöcke, um kraftsparender oder einfach nur sicherer voran zu kommen. Zusätzlich trainierst du mit einem dynamischen Stockeinsatz die Ganzkörpermuskulatur. Manchmal hilft der Wanderstock natürlich auch, Blockaden im Kopf zu überwinden und schwieriges Gelände sicher zu meistern.

Fazit Nr. 1: Ob du Wanderstöcke wirklich nutzen und gezielt einsetzen willst, ist eben auch ein stückweit deine ganz persönliche Einstellung.

Der Wanderstock: flexibel in der Einstellung

Nun zur Einstellung deiner Wanderstöcke. Wanderstöcke erkennst du daran, dass du ihre Länge flexibel einstellen kannst. Im Gegensatz dazu ist die Länge beim Nordic-Walking-Stock, so wie bei Skistock, fix – hier kannst du nichts verändern. Warum ist das beim Wanderstock wichtig?

Nordic-Walking Stöcke mit fester Länge
Nordic-Walking Stöcke haben eine feste Länge
Wanderstock
Wanderstöcke (oben) und Schnee-Tourenstöcke kannst du in der Länge flexibel einstellen
Skitourenstoecke

Ganz einfach: Beim Wandern dient der Stock der Aufstiegs- oder Abstiegshilfe und zugleich zur Unterstützung in ganz unterschiedlichen Geländearten. Um diese verschiedenen Geländeformen zu meistern, muss der Wanderstock flexibel sein. So kannst du den Stock im Bergauf-gehen kürzen und die Länge der Steilheit des Geländes anpassen. Umgekehrt gilt für’s Bergab-gehen: mach‘ den Stock ggf. länger und du kannst ihn als optimale Stütze nutzen.

Manche Wanderstöcke (oder Tourenstöcke) haben unterhalb des Griffes eine zusätzliche Polsterung, sodass du den Stock nicht ständig verstellen musst. Auf diese kannst du zugreifen, wenn das Gelände beispielsweise kurzzeitig sehr steil ansteigt.

Die Polsterung unterhalb des Griffes hilft, wenn’s steiler wird

Fazit Nr. 2: Nutze die Flexibilität der Wanderstöcke und passe die Länge ans Gelände an.

Die Grundeinstellung

Du hast deine Wanderstöcke einsatzbereit? Dann bringen wir sie auf die optimale Länge: Grundsätzlich stellst du deine Stöcke so ein, dass dein Ellbogen im 90°-Winkel steht, wenn du den Stock am Griff hältst. Schau dir das Foto an:

Arm idealerweise im rechten Winkel

In der Regel besteht dein Wanderstock aus drei Teilen. Die beiden unteren Teile sind flexibel verstellbar – meist per Dreh- oder Hebelverschluß. Achte darauf, dass du die beiden unteren Teile deines Stocks gleichmäßig einstellst, d.h. nicht einen Teil ganz ausfährst und das andere nur minimal. Prüfe die Länge und ziehe die Verschlüsse ordentlich fest, damit sich die Stöcke bei starker Belastung nicht plötzlich zusammenschieben. Das ist vor allem beim Bergab-gehen wichtig, wenn du dich mit ganzem Körpergewicht darauf abstützt.

Fazit Nr. 3: Optimale Grundeinstellung für optimalen Stockeinsatz

Die Gehtechnik

Bist du bereit für den Stockeinsatz? Dann nutze sie – und zwar am besten dynamisch. Gehen am Stock will gelernt sein, deshalb übe, die Stöcke diagonal einzusetzen. Auf diese Weise verschaffen sie dir zusätzlichen Schwung. Mit den Händen in den Schlaufen kannst du zusätzliche Kraft auf die Stöcke bringen. Doch Vorsicht in schwierigem Gelände: Lieber die Hände aus den Schlaufen, damit du im Falle eines Sturzes den Stock loslassen kannst und Verletzungen an den Händen vermeidest.

Bergab wirst du meist beide Stöcke vor dir absetzen, damit du dich gelenkschonend abstützen kannst. Und wenn sie dich unterwegs stören? Klein machen, ab an den Rucksack damit und wieder auf das eigene Gleichgewicht vertrauen. So sind sie allzeit griffbereit. Du siehst: der Stockeinsatz ist also eine Sache der Einstellung und Übung 😉

Zusammengschoben könnten die Stöcke gut verstaut werden

Fazit Nr. 4: Mit Übung hilft der Wanderstock beim Kräftesparen

Habt ihr noch Tipps, Tricks und Erfahrungen zu Wanderstöcken? Dann teilt sie mit uns – andere Wanderer freuen sich

… und ich mich auch!

Eure Jenni

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