Wanderstudienreise Sizilien – Quintessenz des sizilianischen Barocks

Ich wusste: Irgendwann wird es soweit sein, irgendwann werde auch ich an einer Wikinger-Reise teilnehmen. Es stellte sich nur die Frage, welche Reise es werden sollte. Ich entschied mich für eine Wanderstudienreise Sizilien. Als ich noch klein war, sind wir fast jeden Sommer nach Italien gefahren, aber ich bin noch nie auf Sizilien gewesen. Bereits als kleines Mädchen war mir klar, dass ich auf jeden Fall irgendwann Sizilien bereisen möchte. Diese Reise war natürlich die perfekte Gelegenheit dafür.

Der Anreisetag war sehr entspannt. Mein Flieger nach Catania ging erst am Nachmittag, somit konnte ich stressfrei in den Urlaub starten. In Catania wurden wir von unserem Busfahrer freundlich empfangen und zu unserer ersten Unterkunft in Syrakus gefahren.

Dort begrüßte uns dann auch unsere Reiseleiterin Renata ganz herzlich und teilte uns mit, dass uns noch ein Abendessen erwartet. Jackpot!

Wandern im Naturreservat Vendicari

Der erste Morgen begrüßte uns bereits mit Sonnenschein und nach einem ausgiebigen Frühstück ging es mit dem Bus in das Naturreservat Vendicari. Dort war unsere Einstiegswanderung geplant.

Das Reservat wurde 1984 gegründet und bietet neben einem tollen Wanderweg entlang der wunderschönen Küste Siziliens einige schöne Strände, viele Tümpel, Dünen und eine große Anzahl verschiedener Tiere (im Herbst kann man mit viel Glück Flamingos sehen) sowie ein großer Pflanzenreichtum. Wer genau hinschaut, der findet wilden Rosmarin, Thymian und Wachholder am Wegesrand.

Küste im Naturschutzgebiet Vendicari
Küste im Naturschutzgebiet Vendicari
Picknick
Picknick

Hauptstadt des sizilianischen Barocks: Noto

Ehe man sich versah, saßen wir alle wieder im Bus und waren auf dem Weg zum nächsten Programmpunkt:

Noto, auch die Hauptstadt des sizilianischen Barocks genannt. Der barocke Baustil war kaum zu übersehen – verschnörkelte Verzierungen an den Häuserfassaden und Kopfstatuen schmückten jeden Balkon. Den Abend haben wir gemütlich beim gemeinsamen Abendessen ausklingen lassen.

Auch am 3. Tag sollte es wieder nach Noto gehen. Jedoch dieses Mal nach Noto Antica. Es wurde im Jahr 1693 von einem Erdbeben fast komplett zerstört und ist seitdem verlassen. Diese Wanderung lohnt sich auf jeden Fall, da man atemberaubende Ausblicke genießen kann. Man fühlt sich in eine fremde Zeit zurück versetzt. Die Wege gehen steil auf- und abwärts, sind sehr eng und in Stein gehauen. Die Wege erforderten höchste Konzentration, damit man nicht hinfiel – was auch nicht passierte. Unsere Mittagspause verbrachten wir im kleinen Städtchen Ragusa, genauer gesagt in der Altstadt (Ibla).

Kultur und historische Bauten in Modica

Im Anschluss ging es direkt in die nächste Stadt, nach Modica. Auch Modica ist eine spätbarocke Stadt des Val di Noto und liegt an den Südhängen der Monti Iblei. Wunderschön gelegen und kaum zu übersehen ist die Kirche San Giorgio. Diese solltet ihr euch unbedingt anschauen! Im Inneren steht die Nonnenstatue der heiligen Rita. Das witzige an dieser Statue ist, dass sie orangefarbenen Lippenstift trägt!

Kirche San Giorgio in Modica

Wir machten einen Spaziergang, der in einem kleinen, niedlichen Laden endete, einer Schokoladenmanufaktur. Dort wurde uns die Herstellung der Schokolade aus Modica erläutert, und weshalb gerade diese Schokolade so einzigartig ist. Um eine bessere Vorstellung von der Einzigartigkeit zu bekommen, durften wir die Schokolade auch probieren. Sie ist nicht nur eine absolute Spezialität auf Sizilien, sie wird auch nur dort im Städtchen Modica oder in Mexiko hergestellt. Die Bestandteile sind Kakao, Zucker und Gewürze. Die Zubereitung weicht von regulärer Schokoladenherstellung ab (mehr möchte ich natürlich nicht verraten – das müsst ihr euch selber anschauen und probieren).

Das Highlight: Nekropole von Pantalica

Am 4. Tag ging es in die nächste Schlucht! Die Nekropole von Pantalica zählt zu einer der schönsten Schluchten in Sizilien und beherbergt mehrere tausend Kammergräber. Zu unserer Überraschung hat uns unser Busfahrer auf dieser Wanderung begleitet. Man muss dazu sagen, die Sizilianer haben das Wandern noch nicht für sich entdeckt. Demnach war das schon ein kleines Highlight für unsere Gruppe.
Diese Schluchtenwanderung war die anstrengendste und schwierigste Wanderung dieser Reise, aber definitiv die schönste!

Pantalica-Schlucht - Blick auf die Fledermaushöhle
Pantalica-Schlucht – Blick auf die Fledermaushöhle

Der Ätna erwartet uns!

Am 5. Tag hieß es Koffer packen, denn es stand ein Standortwechsel an. Zuvor ging es jedoch nach Syrakus, genauer gesagt erst einmal zum Archäologischen Park und im Anchluss nach Syrakus Ortygia (Die Altstadt von Syrakus). Unglaublich, wie viel diese Städte schon erlebt haben und von wie vielen Kulturen sie geprägt wurden! Plötzlich hieß es Abschied nehmen. Auf in Richtung neuer Abenteuer…

Blick auf den Ätna
Blick auf den Ätna

Auf der Busfahrt hatten wir immer wieder tolle Blicke auf den Ätna und wir freuten uns bereits auf den neuen Standort – und das zu Recht. Taormina ist wunderbar gelegen, oberhalb vom Meer und mit Blick auf den gewaltigen, pulsierenden Ätna. Die Innenstadt ist autofrei und lädt zum Bummeln und Verweilen ein. In jeder Gasse gibt es etwas Neues zu entdecken.

Kloster Francavilla & Teatro Greco

Am 6. Tag ging es dann mit dem Bus in das Landesinnere zur Besichtigung des Klosters Francavilla. Die Frau des Hauses erklärte uns das Leben der Mönche und zeigte uns die hausgemachten Weine, Marmeladen, Öle und Seifen. Im Anschluss machten wir noch eine kurze Wanderung um den Hausberg, der direkt an der Alcantara liegt. Das war der letzte Tag mit unserem Reisebus und von daher hieß es auch Abschied nehmen von unserem Busfahrer. Arrivederci Salvatore!

Am Nachmittag bot Renata noch einen Stadtspaziergang an, der am griechischen Theater „Teatro Greco“ endete. Das Theater verschlägt einem definitiv die Sprache – die Jahrhunderte alte Geschichte, der unfassbare Ausblick und diese – ja schon fast – mystische Atmosphäre. Das sollte sich wirklich keiner entgehen lassen.

Teatro Greco
Teatro Greco

Am letzten Tag stand jedem frei, das zu tun, was er möchte. Taormina bietet viele Möglichkeiten an. Dazu gehört u. a. ein Ausflug zum Ätna und den konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Bis auf 1.900 m ging es mit einem Bus. Wir wurden von einer sehr charmanten und überaus lustigen Reiseführerin begleitet.

Die Dame erzählte uns, dass der Ätna den Tag zuvor besonders aktiv war und, um es in ihren Worten zu sagen:“ … Der Ätna hat Puff Puff gemacht“. Diese Aussage zauberte allen Anwesenden ein Grinsen auf das Gesicht. Vom Busparkplatz aus ging es mit der Seilbahn auf ca. 2.500 m und von dort mit Jeeps weiter bis auf 2.900 m. Einfach dort oben zu stehen, war ein tolles Gefühl. Das kann man kaum beschreiben, man muss es selbst erlebt haben.

Ätna
Ätna
Tag der Abreise… Der Abschied fiel einigen Reiseteilnehmern wirklich schwer, aber eines ist mit Sicherheit klar… viele werden wiederkommen. Ich gehöre auf jeden Fall dazu!
Wer Lust hat diese Wanderstudienreise  Sizilien einmal mitzumachen… diese findet ihr hier.
Eure Christina

Ein Kommentar zu „Wanderstudienreise Sizilien – Quintessenz des sizilianischen Barocks“

  1. Kommentare von Mitarbeitern machen natürlich immer einen sehr subjektiven Eindruck, wer will schon seinen Arbeitgeber schlecht machen? Dennoch kann ich die Beschreibung der Touren nur unterstreichen. Bedingt durch das umfangreiche Programm kann man allerdings in den verschiedenen Städten nur sehr reduziert eigene Eindrücke sammeln, auch für ein Mittagessen blieb dort für uns keine Zeit (bestenfalls ein Eis in die Hand oder ein Panini).
    Womit ich schon bei meinem Hauptkritikpunkt (Reise 2019) bin: Das Abendessen in den Hotels war mehr als mäßig, von italienischer Restaurantkultur kann keine Rede sein. Der Veranstalter sollte die Halbpension nur optional anbieten, da in den Unterkunftsorten (Noto, Taormina) ausreichend Restaurants jeder Preiskategorie fussläufig zu erreichen sind.

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