Wie hält man seine Finger warm?

Auf Wintertouren oder im Hochgebirge sind kalte Hände – und vor allem Finger – immer wieder ein Problem. Sie sind nicht nur unangenehm. Im Extremfall, besonders bei Wind und/oder Nässe, können auch Erfrierungen auftreten.

Kalte Finger funktionieren nur noch eingeschränkt. Sie werden steif und gefühllos. Selbst das Öffnen des Jackenreißverschlusses kann dann zum Problem werden. Und wie soll man dann seine Daunenweste unterziehen? Und was ist, wenn man bei einem Notfall auf intakte Finger angewiesen ist? Wenn man ein Handy bedienen muss, vielleicht eine Batterie wechseln oder Erste Hilfe leisten?

Heute gebe ich Euch ein paar Tipps, wie man auf Winterwanderungen, Schneeschuh-Touren oder Gipfel-Touren mit kalten Händen umgeht und diese vermeidet.

Mit Fingerhandschuhen hat man die Stöcke fester im Griff.
Mit Fingerhandschuhen hat man die Stöcke fester im Griff.

Fingerhandschuhe oder Fäustlinge?

Um es klar zu sagen: Fausthandschuhe halten die Hände grundsätzlich wärmer als Fingerhandschuhe. Aber mit Fausthandschuhen lassen sich Werkzeuge und Geräte wie Kamera, Smartphone, Reißverschluss oder auch Wanderstock nur noch eingeschränkt bedienen.

Mit Fingerhandschuhen ist man beweglicher. Aber dadurch, dass die Finger einzeln verpackt sind, können sie sich nicht gegenseitig wärmen.

Bei sehr kalten Bedingungen hat man die Wahl: Entweder man hat warme Hände und zieht die Fausthandschuhe aus, wenn man zwischendurch mal die Finger braucht – oder man behält nur mäßig warme Hände und kann dafür die Fingerhandschuhe auch bei einfachen Verrichtungen anlassen.

Es gibt aber auch einen guten Kompromiss: dünne Fingerhandschuhe in warmen Fausthandschuhen sind hilfreich, wenn man nicht permanent die Finger braucht. Damit kann man sich auch flexibel auf verschiedene Temperaturen einstellen, wenn man je nach Bedarf die dünnen, die dicken oder beide Paar Handschuhe übereinander anzieht.

Solange die Sonne scheint, bleiben auch die Finger warm ...
Solange die Sonne scheint, bleiben auch die Finger warm …

Wind und Nässe

Wind und Nässe bzw. Feuchtigkeit spielen auch beim Auskühlen der Hände eine große Rolle. Die Handschuhe können so dick sein wie sie wollen, wenn Nässe eindringt und dann noch Wind hindurch pfeift, ist es mit dem Wärmeerhalt vorbei.

Daher ist es bei feuchten und/oder windigen Bedingungen wichtig, dass die Handschuhe dicht gewebt und imprägniert sind oder mit einer Membran wie GoreTex ausgestattet. Es gibt auch wasserdichte Überhandschuhe, z.B. aus dem Outdoor- oder Motorradzubehör, die man über seine Fleecehandschuhe stülpt.

Dünne Fingerhandschuhe kann man auch gut in die Gummihandschuhe aus dem Putzschrank stecken. Das funktioniert prima und man kann damit bestens auch feinmotorische Tätigkeiten erledigen und Stöcke oder einen Fahrradlenker festhalten. Für Leute mit großen Händen wird das aber auch bei den größten Gummihandschuhen etwas eng.

Vergesst nicht: Auch Schnee kann nass werden, wenn er auf dem Handschuh schmilzt. Das passiert besonders, wenn man mit Stöcken unterwegs ist wie auf Ski- oder Schneeschuhtouren.

Regen und Wind kühlen auch die Hände aus.
Regen und Wind kühlen auch die Hände aus.

Hände wieder aufwärmen

Wenn die Hände kalt sind, muss ich sie wieder aufwärmen. Das sollte aber schonend geschehen.

Wenn der restliche Körper warm ist, kann man seine kalten Hände auf den warmen Bauch legen. So werden die Finger schonend wieder warm.

Natürlich kann man sie auch im die warme Hosentasche stecken und sie dort erwärmen. Vermeiden solltet Ihr aber heißes Wasser – wer das schon versucht hat weiß, dass das höllisch weh tun kann.

Am wenigsten Probleme bekommt man, wenn der Körper insgesamt gut gegen Kälte und Nässe geschützt ist. Wer sowieso schon friert, bekommt auch schneller kalte Finger.

Und hier noch ein Hinweis, den ich mir auch immer wieder selbst vergegenwärtigen muss: Man sollte – wenn es kalt wird – nicht zu lange warten, bis man seine Handschuhe anzieht. Sind die Finger erst mal kalt, dauert es auch in den Handschuhen eine ganze Weile, bis sie wieder warm und einsatzfähig sind.

Habt Ihr noch ein paar Tipps gegen kalte Hände auf Touren? Ich freue mich über jede neue Erkenntnis zum Thema Outdoor-Know-How! Demnächst gebe ich Euch hier noch ein paar Tipps zum Vermeiden kalter Füße …

Es grüßt …

… Euer Andreas

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