Wie schützt man sich vor Sonne

Eigentlich wollte ich heute meine Reihe „wie bleibt man warm“ mit diesem Blog-Beitrag fortsetzen. Wenn ich aber gerade hier auf Mallorca aus dem Fenster schaue scheint es mir passender, etwas über den Schutz vor er Sonne zu erzählen.

Das passt auch besser zur Jahreszeit. Die Sommersaison liegt vor uns und wirft – welch schöner Vergleich – ihre Schatten voraus.

Viele von uns haben im Winter nicht all zuviel intensive Sonne abbekommen. Entsprechend hell und empfindlich ist die Haut. Gerade wenn wir im Frühling Richtung Mittelmeer reisen oder in die Berge, müssen wir uns vor starker Strahlung besonders in Acht nehmen.

50plus ist nicht immer die Altersklasse

Als erstes denkt man beim Sonnenschutz vermutlich an Sonnencreme. Ich persönlich kaufe keine Mittel unter Lichtschutzfaktor 50 und gehe bei Sonnenschein gar nicht mehr los, ohne mich einzuschmieren. Das heißt, morgens nach dem Zähneputzen folgt wie ein Ritual das Eincremen mit Sonnencreme.

Dabei ist natürlich das Gesicht und vor allem die Nase zuerst dran. Aber man sollte natürlich auch die Ohren und den Nacken nicht vergessen, vor allem, wenn man nachher keinen breitkrempiger Sonnenhut aufsetzt. Auch Beine und Arme sollten eingecremt werden. Bei den Beinen ist vor allem auf die oberen seitlichen und hinteren Unterschenkel zu achten, die sehr stark der Sonne ausgesetzt sind. Auch oberhalb der Knie entstehen sehr schnell rote Flächen.

Frühling am Mittelmeer: Kräftige Sonne trifft auf helle Haut.

Sofern man schulterfrei oder oberarmfrei geht, sind auch dies besonders stark besonnte Bereiche. Eine Überraschung erleben vielleicht manche, die mit Stöcken wandern. Die Sonne scheint dann nämlich vor allem auf die Daumenseite der Unterarme. Das heißt, auch hier muss ich besonders gut cremen oder langärmlig unterwegs sein, z.b. mit einem Hemd.

Gut behütet kommt man gesund nach hause

Besonders wichtig ist für mich auch ein Sonnenhut. Der verhindert den gar nicht so selten vorkommenden Sonnenstich. Durch starke Sonnenbestrahlung können schnell leichte oder mittelschwere Kopfschmerzen entstehen. Außerdem wird dadurch die körperliche Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt.

Wenn man Wanderer in der Sonne laufen sieht, tragen viele keine Kopfbedeckung, die meisten lediglich eine Kappe. Das sieht natürlich viel cooler aus. Der oft schmale Schirm bietet aber nur wenig Schutz vor Sonne. Ein breitkrempiger Hut ist da wesentlich effektiver, man trägt quasi seinen schattenspendenden Sonnenschirm auf dem Kopf mit sich herum. Das Wandern bei Sonne und Hitze wird dadurch deutlich angenehmer.

Apropos: Ein Sonnenschirm – oder ein Regenschirm, den man bei Sonne aufspannt – leistet hervorragende Dienste. Wer das mal bei starker Sonnenstrahlung probiert hat weiß, wie angenehm plötzlich das Wandern bei Sonne wird.

Gutes Eincremen ist die halbe Miete.

Gute Planung hilft

Auch mit der Planung der Wanderung kann man sich an starke Sonnenstrahlung anpassen. Das bedeutet früh loszugehen, um die morgendliche Kühle möglichst lange zu nutzen. Die wärmsten Stunden des Tages sind nicht die Mittagsstunden, wie viele glauben, sondern die Nachmittagsstunden, wenn sich die Erdoberfläche stark aufgeheizt hat.

Außerdem sollte man als Wanderführer darauf achten, die schattigen Wegpassagen möglichst auf den frühen Nachmittag zu legen. Auch die Himmelsrichtung will bedacht sein: Schon morgens kann ein nach Osten exponierter Hang, in den die Sonne voll hinein scheint, sehr warm werden. Am schattigen Westhang steigt es sich dann viel leichter.

Weitere Tipps

Bei starker Hitze kann man seinen Hut oder seine Mütze auch mal ins Wasser tauchen, wenn das entsprechende Modell das schadlos verkraftet. Die Verdunstungskälte wirkt dann wie eine Klimaanlage.

Um Hautkrankheiten und Krebs vorzubeugen ist es sinnvoll, bei extremer Sonnenstrahlung lange Ärmel und lange Hosenbeine zu tragen. Immer wieder habe ich Gäste in der Gruppe, die von ihrem Hautarzt quasi Sonnenverbot bekommen haben. Die Gesundheitsgefahr droht besonders in Gebirgsregionen, in denen die Sonnenstrahlung einen viel kürzeren Weg durch die filternde Erdatmosphäre zurücklegt, als im Flachland.

Nicht zu warm anziehen!

Man sollte auch darauf achten, sich bei Wärme nicht zu dick anzuziehen. Je älter man wird, desto weniger ausgeprägt ist ein gutes Gefühl für die Körpertemperatur. So kommt es, dass gerade ältere Leute im Sommer oft viel zu dick angezogen sind. Die Folge sind starke Leistungseinschränkungen bis hin zu Wärmestau und Hitzschlag.

Das häufiges Trinken vor allem im Sommer das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit fördert sowie Gesundheitsprobleme vermeidet, hat sich mittlerweile vermutlich herumgesprochen.

Sonnenhut und lange Ärmel: nicht nur in Tibet eine Empfehlung!

Ihr seht, es kommt beim Wandern nicht nur darauf an, sich vor Kälte und Regen zu schützen. Der Schutz vor der Sonne ist genauso wichtig, wenn man seine Leistungsfähigkeit erhalten und Gesundheitsrisiken vermeiden will.

Gehört Ihr zu den Gegnern von Sonnencreme oder Sonnenhut? Wie sind Eure Erfahrungen? Ich freue mich über jeden Kommentar!

Es grüßt … heute mal aus der mallorquinischen Sonne …

… Euer Andreas

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