„Island: Trolle – Sagas – Naturwunder“ – eine unvergessliche Reise

Island – das Land aus Feuer und Eis, das Land, in dem die Elemente miteinander spielen und sich verbinden, das Land faszinierender Naturwunder mit in die Tiefe stürzenden Wasserfällen, dampfenden Geysiren, blubbernden Schlammtöpfen, einer atemberaubenden Vulkanlandschaft mit schroffen Felsformationen und einer Gletscherwelt mit blau schimmernden Eisbergen.

Das alles auf nur einer Insel? Da muss ich hin!

So zog es mich diesen Sommer nach Island.

Am Donnerstagabend startet unser Flieger von Düsseldorf nach Keflavik. Schon am Gate entdecke ich einige Reisende in Wanderausrüstung – sind das wohl meine Mitreisenden? Ich bin gespannt und aufgeregt – ich freue mich auf meine erste Wikinger Reise. Nach nur drei Stunden Flug kommen wir in Keflavik an. Die  Zeitverschiebung im Sommer ist ein echter Vorteil – ich fühle mich direkt 2 Stunden jünger! Wir haben am Flughafen in Keflavik noch Zeit uns im Duty-Free Bereich mit allem möglichen einzudecken. Mein Shopping-Tipp: Brennivin Schnaps und isländische Lakritz-Schokolade. Gen Mitternacht landen dann unsere Reiseleiterin Sabine und unsere Mitreisenden aus Berlin und Hamburg. Nachdem wir uns alle zusammen gefunden haben, fahren wir nach einem kurzen Willkommensgruß mit dem Bus nach Reykjavik zu unserer ersten Unterkunft. Es ist mittlerweile nach isländischer Zeit 2:00 Uhr nachts, das heißt nach deutscher Zeit bereits 04:00 Uhr nachts und trotz aller Aufregung fallen wir alle müde in unser Hotelbett.

Der „Golden Circle“

Am nächsten Morgen entdecke ich schon beim Frühstück das ein oder andere bekannte Gesicht vom Vorabend. Sabine, unsere Reiseleiterin, trommelt unsere Gruppe zusammen und erzählt, was wir in den kommenden Tagen vorhaben. Uns wird einiges erwarten und die Euphorie steigt. Bereits heute erwarten uns spannende Highlights von Island. Wir machen den bekannten Golden Circle mit insgesamt 3 Stopps – ein Muss für Jedermann, der einmal nach Island kommt:

Am Öxara-Wasserfall im Thingvellir Nationalpark
Am Öxara-Wasserfall im Thingvellir Nationalpark

Im Thingvellir Nationalpark, der Geburtsstätte des ältesten Parlaments der Welt, steht eine ca. 1-stündige Wanderung durch die bekannte Allmännerschlucht zum Öxara-Wasserfall auf dem Programm. Leider fängt es in Strömen an zu regnen als wir ankommen, sodass die Wanderung im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fällt. Früh lernen wir also, das Wetter in Island kann unbeständig sein. Aber das ist nicht schlimm, denn wie meine Oma schon immer sagte, das Wetter ist nicht schlecht, man braucht ganz einfach nur die richtige Kleidung. Also machen wir uns regenfest und besichtigten den Öxara Wasserfall bei einem kurzen Bus Stopp und unternehmen im Anschluss eine kleine Regenwanderung in der Nähe des Thingvallavatn, die ich nicht hätte missen wollen.

Der atemberaubende Geysir "Strokkur"
Der atemberaubende Geysir „Strokkur“

Nach einer kurzen Trocknungsphase im Bus geht es zu meinem persönlichen Highlight des Golden Circles: dem Geysir. Ich muss ja ehrlich sagen, ich könnte dort Tage lang stehen und den alle 10 Minuten ausbrechenden Geysir „Strokkur“ (deutsch: Butterfass) beobachten. Unmittelbar vor jeder Eruption bildet sich eine Wasserblase bevor eine 25 – 35 m hohe Dampf-und Wassersäule in den Himmel ausbricht – einfach faszinierend, da ist es dann auch egal ob sich im Hintergrund eine graue Wolke auftut.

Der goldene Wasserfall Gullfoss
Der goldene Wasserfall Gullfoss

Im Anschluss fahren wir zum letzten Punkt des goldenen Ringes: dem goldenen Wasserfall „Gullfoss“, der mit seinen zwei Fallstufen mächtig in die Tiefe stürzt.     Gen Abend kommen wir dann in unserem nächsten Quartier an: das Hotel Hekla. Nach einem leckeren Abendessen wärmen wir uns im hauseigenen Hot Pot noch auf, bevor es dann ins Bett geht. Ich glaube heute Nacht werde ich gut schlafen und vom tosenden isländischen Wasser träumen.

Über die Hochlandpiste Kjölur in den Norden

Ich, ganz klein, inmitten der Tafelvulkane
Ich, ganz klein, inmitten der Tafelvulkane

Am darauffolgenden Tag beginnt unser großes Abenteuer: über die Hochlandpiste Kjölur fahren wir gen Norden. Wir haben extra einen hochlandtauglichen, aufgestockten Bus für die gesamte Zeit. Durch die Schotterpiste im Hochland werden wir ordentlich durchgeschüttelt – es ist aufregend und die Landschaft wird immer vulkaniger. Wir erreichen Kerlingarfjöll und unternehmen eine ca. 1-stündige Wanderung. Das Tal der heißen Quellen ist einfach nur unglaublich – blubbernde Schlammtöpfe inmitten von Tafelvulkanen aus Rhyolith-Gestein, eines der schönsten Naturparadiese Islands.

Altes Kirchdorf
Altes Kirchdorf

Wir fahren weiter und besuchen das Torfmuseum Glaumbær. Das alte Kirchdorf in der isländischen Gemeinde Skagafjörður erzählt uns der Sage nach, wie eine Kaufmannsfamilie im 11. Jahrhundert gelebt hat. Wir haben Glück, die Sonne kommt heraus und lässt mich dieses tolle Bild schießen. Gegen Abend erreichen wir schließlich Akureyri, die zweit größte Stadt Islands – hier übernachten wir die nächsten 2 Tage.

Ein Buckelwal!
Ein Buckelwal!

Unser bereits 4. Reisetag naht und ich habe so lange darauf gewartet. Heute fahren wir von Húsavik aus mit dem Boot zur Walbeobachtung. Vor einer atemberaubenden Kulisse von schneebedeckten Bergen taucht tatsächlich ein Buckelwal auf – erst sprüht er Wasser in die Luft, streckt seinen Buckel aus und dann schwingt er wie im Film seine Walflosse als würde er uns winken – das Ganze zum Greifen nah. Ich habe die Walflosse gerade noch so erwischt – können Sie sie auf meinem Bild erkennen?

Ein bisschen Wärme tanken in der blauen Lagune am Myvatn
Ein bisschen Wärme tanken in der blauen Lagune am Myvatn

Im Anschluss wärmen wir uns noch in der kleinen blauen Lagune am Myvatn auf, bevor wir die Rückfahrt  nach Akureyri antreten.  Ein toller Tag endet mit einem wundervollen Erlebnis: Deutschland wird Weltmeister und wir erleben es auch im fernen  Island  hautnah mit.

Entlang des Müsckensees
Entlang des Müsckensees

Am nächsten Tag fahren wir ostwärts und erkunden die Region rund um den Myvatnsee, auch bekannt als „Mückensee“ – aber keine Angst, hierbei handelt es sich nur um kleine Fliegen, die jedoch nicht stechen. Nach einem kurzen Stopp am Götterwasserfall wandern wir durch die Lavaburgen von Dimmuborgir und erklimmen den Vulkankegel des Hverfjall, auf dessen wir eine kleine Gratwanderung unternehmen.

Nach erfolgreicher Erklimmung des Vulkankegels des Hverfjalls!
Nach erfolgreicher Erklimmung des Vulkankegels des Hverfjalls!

Ein Wahnsinns-Gefühl hier hoch zu wandern – wie ihr sehen könnt bin ich stolz es geschafft zu haben und wir alle werden belohnt durch einen tollen Ausblick über die weite Landschaft Islands.

Einfach atemberaubend!
Einfach atemberaubend!

Zum Abschluss des Tages besuchen wir das große Solfatarenfeld von Namaskard, nicht weit vom Zentralvulkan Krafla entfernt. Der Schwefelgeruch ist nebensächlich, denn auch hier sind wir alle einfach nur beeindruckt von der Vielzahl der unterschiedlichen Thermalquellen, kochenden Schlammtümpel, Fumarolen und Solfataren.

Gletscherlagune Jökulsárlón

Einfach nur WOW!
Gletscherlagune

Unser Ziel am 6. Reisetag ist der größte Gletscher Europas: Wir fahren über unzählige Fjordstraßen, mit vielen spektakulären Aussichten. Plötzlich taucht kurz vor einer Brücke die Gletscherlagune Jökulsárlón auf – so etwas habe ich noch nie gesehen. Wir unternehmen eine Bootsfahrt mit einem Amphibienfahrzeug und fahren ganz nah vorbei an den türkis-schimmernden Eisbergen, ein einzigartiges Erlebnis. Wir haben Glück und entdecken sogar in weiter Ferne zwischen den Eisbergen einen badenden Seehund. Weiter geht es in den wohl unaussprechlichen Ort Island: „Kirkjubæjarklaustur“. Hier verbringen  wir die nächsten zwei Nächte. Auf dem Weg dorthin erleben wir,  was der Vulkanausbruch Grimsvötn im Jahr 2011 angerichtet hat. Bis zum Horizont erstreckt sich ein weites Feld aus mit Asche bedecktem Vulkangestein – einfach immer wieder unglaublich welche Kraft in der Natur steckt.

Skaftafell Nationalpark

Im Nationalpark Skaftafell
Im Nationalpark Skaftafell

An unserem vorletzten Tag nehmen wir uns viel Zeit  um die Schönheit des Nationalsparks Skaftafell zu erkunden. Am Fuße des Gletschers Vatnajökull brechen wir zu einer ca. 3-stündigen Wanderung auf. Ein tolles Fotomotiv bildet der Wasserfall Svartifoss, dessen Wasser umrahmt von Basaltsäulen über eine Felskante in die Tiefe stürzt. Während unserer Wanderung bieten uns verschiedene Aussichtspunkte immer wieder wunderbare Panoramen auf die Gletscherzunge.

Ein Blick auf die Gletscherzunge
Ein Blick auf die Gletscherzunge

Südküste und Abschied nehmen

Heute heißt es Abschied nehmen: unser letzter Reisetag hat begonnen. Bevor es allerdings soweit ist, warten noch einige Highlights auf uns – das Beste kommt bekanntlich zum Schluss:

Im fruchtbarsten Gebiet Islands
Im fruchtbarsten Gebiet Islands
Der Island-typische Papageitaucher
Der Island-typische Papageitaucher

Zunächst fahren wir auf der Ringstraße Nr. 1 durch das fruchtbarste Gebiet Islands, entlang der von schwarzen Sandstränden gesäumten Südküste. Wir erreichen den Strand von Vík und blicken auf die inmitten des Meeres liegenden Felsen „Reynisdrangar“, die der Sage nach versteinerte Trolle darstellen. Wir setzen unsere Reise fort  zur südlichsten Spitze, dem berühmten Felsentor am Kap Dyrhólaey. Hier entdecken wir sogar eine Kolonie der für Island typischen Papageitaucher.

Wasserfall Skógafoss
Wasserfall Skógafoss

Unser nächstes Ziel ist der Wasserfall Skógafoss. Er ist 63 m hoch und die vielen Treppenstufen bis zum Ziel machen einem wirklich zu schaffen, doch der Ausblick von oben lohnt sich. Am Fuß des Wasserfalls lädt uns dann noch das das Heimatmuseum Skógar ein, in die Geschichte Islands einzutauchen.

Seljalandsfoss
Seljalandsfoss

Und auch wenn wir schon einige Wasserfälle auf Island gesehen haben, ist es immer wieder beeindruckend, mit welcher Kraft das Wasser in die Tiefe stürzt. Und nun besichtigen wir endlich den Wasserfall, auf den wir alle schon sehnsüchtig gewartet haben: den Seljalandsfoss. Das besondere hier ist, dass wir auf einem Weg hinter dem Wasserfall her laufen können – es erschließen sich ganz neue Perspektiven.

Ein herrlicher Ausblick
Ein herrlicher Ausblick

Wir verabschieden uns von der fabelhaften Natur Islands und fahren zurück nach Reykjavik. Von der Perlan (isl. Perle), dem Warmwasserspeicher Islands, genießen wir einen herrlichen Blick über die Stadt. Die Skulptur „Sonnenfahrt“ befindet sich an der nördlichen Küstenstraße Sæbraut. Sie zeigt zum Sonnenuntergang im Norden, wodurch sich der Name erklärt und stellt ein Wikingerschiff dar. Natürlich ein absolutes Muss für jeden Wikinger unter uns.

Nach einem kleinen Stadtbummel besichtigen wir noch die Hallgrímskirkja, das größte Kirchengebäude Islands und das Wahrzeichen der Stadt. Wussten Sie, dass die Orgel von Reykjaviks Kirche in Deutschland, genauer gesagt in Bonn, erbaut wurde? Wir haben noch ein wenig Zeit um durch die Haupteinkaufsstraße Laugavegur gesäumt von vielen kleinen Lädchen zu schlendern und eine Kleinigkeit zu essen, bevor es dann am späten Abend wirklich heißt „Abschied nehmen“. Kurz nach Mitternacht startet unser Flieger und ich lasse die vielen und tollen Eindrücke auf mich wirken und die Reise noch einmal Revue passieren.

Neues Fahrrad! ;)
Goodbye Island!

Vielen Dank für die schöne und erlebnisreiche Zeit – ich habe mich verliebt, nein nicht in einen Troll, sondern in die kleine Insel Island.

Eine erlebnisreiche Reise!
Eine erlebnisreiche Reise!
Hier geht’s zur Reise!
Eure Florence

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