Zu den Pinien von Portofino vom 15.10. – 22.10.2011

Ich bin mit einem Teil der Gruppe und unserer Reiseleiterin, Kerstin Wagner, via München mit einem Propellerflugzeug nach Genua geflogen. Wegen Luftturbulenzen über Genua sind wir weiter bis nach Pisa geflogen. Wir erhielten einen Extra-Transfer von der Lufthansa nach Genua, wo wir anschließend von unserem Transferunternehmen abgeholt wurden. Die restliche Gruppe

aus Frankfurt, die in Genua gelandet ist, haben wir im Hotel abends angetroffen. Nach einem Sektempfang und einer Vorstellungsrunde, wurden wir von unserer Reiseleiterin über die anstehenden Touren informiert. Auf einer großen Karte hat sie die Wandergegend in und um Portofino aufgemalt.

Das gehobene Hotel Monte Rosa liegt im historischen Zentrum und unter den typischen Arkaden von Chiavari. Vom Bahnhof läuft man ca. 10 Minuten, bis zum Strand dauert es nochmals 3 Minuten. Morgens wurden wir pünktlich von den Kirchenglocken geweckt, der Wecker hat somit seine Funktion für die verbleibenden 7 Tage verloren. Die Zimmer haben alle einen Fernseher mit einem deutschen Sender (ZDF), Telefon, Minibar, Safe, Ventilator und Föhn. Das Hotel bietet zudem eine große Terrasse mit Swimming-Pool und Jacuzzi, eine Bar, einen PC mit Internetzugang und einen Saal mit Sitzmöglichkeiten, die wir für unsere täglichen Informationstreffen genutzt haben.

Das reichhaltige Frühstücksbüfett verfügt über viele Sorten Aufschnitt, Käse, verschiedene Brotsorten, Marmeladen, Ei, Gebäck, weitere italienische Backwaren, Tee, Kaffee, Milch und Saft. Abends haben wir immer Menükarten extra für unsere Wikinger-Gruppe erhalten. Damit konnte man sich den passenden Wein zum Essen aussuchen, vom Restaurantchef wurden wir profund über die Weinsorten beraten. Das Essen wurde von allen Mitreisenden sehr geschätzt. Für die Mittagsverpflegung hatten wir die Möglichkeit vor jeder Tageswanderung Brot, Salami, Käse etc. einzukaufen.

Grundsätzlich ist zu den Wanderungen anzumerken, dass die Gehzeiten der 2-Siefel-Kategorie entsprechen, jedoch sind die Höhenunterschiede eine klare 2-3-Stiefel-Tour. Ein großer Vorteil dieser Reise ist, dass man alle Transfers per Zug macht. Dadurch ist jeder Teilnehmer unabhängig, diejenigen, die eine Wanderung als ein bisschen zu anstrengend betrachten, können den 2. Teil der Wanderung auslassen und im jeweiligen Ort verweilen und anschließend mit dem Zug zurück nach Chiavari fahren.

Am Morgen des zweiten Tages gingen wir zu unserer ersten Tageswanderung los. Von Chiavari sind wir mit dem Zug nach Santa Margherita gefahren. Von dort sind wir erstmals über die Pietre-Settre-Strecke, auf Deutsch Portofino-Konglomerat (wegen der verschiedenen Steinsorten die wie Puddinggestein aussehen), zum Leuchtturm Semaforo Nuovo gelaufen und nach einer Mittagsrast nach Camogli gewandert. Zwischendurch hat Kerstin eine detaillierte Karte, die sie selber gezeichnet hat, mit Fauna & Flora der Region vorgestellt. Je nach Höhenunterschied konnte man sehen, welche Pflanzen und Tierarten in dieser Region vorkommen. Begeistert haben sich Kinder um die Karte versammelt und Kerstin Löcher in den Bauch gefragt. Es war sehr amüsant zuzusehen, wie sich 20 Kinder auf einmal mit Kerstin auf Italienisch unterhielten. Am Abend hatten wir dann einen Italienisch-Kurs mit Kerstin, somit konnten wir uns für die nächsten Tage in Ligurien mit neuen Begriffen wappnen.

Am dritten Tag ging es von der Schiefer-Stadt Lavagna, wo auch heute noch Schiefer für Dächer und Treppenstufen abgebaut wird, über den Höhenweg Pass Monte Capenardo nach Setri-Levante. Eine tolles Gefühl, durch Kiefer und Pinienwäldern zu wandern und mit allen Sinnen zu genießen, der Geruch von Pinienbäumen und der Geschmack der Früchte von italienischen Erdbeerbäumen, die eher wie kleine Litschis aussehen. In Sestri-Levante angekommen, konnten wir das italienische Flair der Altstadt einatmen, bevor wir zur unvergesslichen Bucht “Baia del Silenzio“ geschlendert sind. Es ist ein toller Ort für einen Aperitif mit Sandstrand und zum Schwimmen sehr geeignet, da die Bucht gut geschützt ist und zudem das Wasser im Oktober noch warm ist (um die 20 Grad).

Heute geht die Wanderung (Tag 4) von Camogli über San Fruttuoso nach Portofino. Über endlose Treppenstufen erreichen wir die Kirche vom heiligen San Rocco, dem Schutzpatron der Hunde. Viele Italiener wandern mit ihren Hunden hierher, um Schutz beim heiligen San Rocco für ihre Liebsten zu ersuchen. Anschließend geht es durch Olivenhaine runter zum Kloster San Fruttuoso, die kleine und nette Bucht lädt zum Verweilen ein. Danach sind wir gemütlich nach Portofino gewandert. Unterwegs hat uns Kerstin einige Strophen vom berühmten Lied “Azzuro“ von Adriano Celentano ausgehändigt, zusammen haben wir dann versucht, das Lied nachzusingen. Immer wieder hat es Kerstin geschafft, uns positiv zu unterhalten. Die Stadt Portofino ist berühmt für den Jet-Set, an der Strandpromenade habe ich dementsprechend einen Jet-Set-Preis von € 7 für ein kleines Bier bezahlt und einen Hauch vom Reich & Schön-Sein eingeatmet.

Wetterbedingt haben wir den freien Tag auf heute, den fünften Tag, vorverlegt. Angeboten wurde entweder mit Kerstin nach Genua mit Stadtbesichtigung und Besuch des Aqua-Parks zu fahren oder selbst etwas unternehmen. Ich bin mit einer Mitreisenden nach Bonassola zum Standorthotel unserer Cinque-Terre Reise gefahren. Ein Wikinger-typisches Hotel in einer sehr idyllischen und ruhigen Gegend von Bonassola, davor befindet sich eine Kiesbucht. Zitat meiner Begleiterin “Ein Ort für die Seele“. Anschließend sind wir weiter mit dem Zug in die wundervolle Gegend “Cinque Terre“ nach Riomaggiore gefahren. Von dort aus sind wir über den Liebesweg nach Manarola, die zweite Ortschaft der Cinque Terre gelaufen. Meines Erachtens ist Manarola das schönste Dorf der Cinque-Terre, die meisten jedoch finden Vernazza noch schöner. Nach Speis & Trank wollten wir eigentlich weiter bis nach Corniglia, jedoch ist der Weg wegen Erdrutschgefahr während der Nebensaison fast immer geschlossen. Deshalb haben wir den Zug nach Corniglia genommen und das 3. Dorf der Cinque-Terre besichtigt.

Durch die Umstellung am Vortag hatten wir auch heute (Tag 6) die Möglichkeit, frei zu entscheiden. Die Gruppe hat sich auf die Cinque-Terre geeinigt. Glücklicherweise waren die restlichen 3 Cinque-Terre-Dörfer auf dem Programm, die ich am Vortag zeitlich nicht mehr geschafft hatte anzusehen. Wir sind von Levanto aus nach Monterosso gewandert. Von dort aus hat sich die Gruppe aufgeteilt. Ein Teil ist dort geblieben und in die Stadt eingetaucht, die Mehrheit der Gruppe ist über einen wundervollen Höhenweg nach Vernazza, zum 2. Dorf der Cinque-Terre gewandert. An der Steinpromenade gab es köstliche Pizza mit einem Rotwein aus der Region. Ich selber war wie immer ins Wasser gegangen, herrliches Erlebnis, ich bin in Höhlen an der Küste geschwommen und bin die Felsen hoch geklettert.

Bei der letzten Wanderung sind wir von Rapallo aus nach Santurio di Monteallegro gelaufen. Nach einem steilen Aufstieg sind wir durch Kastanienwälder und verschiedenste mediterrane Sträucher hinauf bis zum Monte Pegge gelaufen, oder auch „Lasagne-Berg“ genannt, wegen der verschiedenen Kalkschichten übereinander. Vom Gipfel (774m) aus hatte man eine wunderbare Aussicht auf den Golf von Tigullio. Anschließend sind wir mit der Seilbahn runter nach Santurio gefahren von wo aus wir zurück nach Chiavari gefahren sind.

 

Am Abreisetag sind wir dann mit Wehmut zum Flughafen gefahren und nach einer langen Abschiedszeremonie zurück nach Deutschland geflogen.

Fazit der Reise: Tolle Gruppe, flexibles Programm, begeisternde/ motivierende Reiseleiterin mit profunden Kenntnissen über Kultur, Land und Leute, super Wetter, sehr leckeres Essen und tolle Kombination Wandern & Schwimmen.

 

Viele Grüße,

Behzad Marvie

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