Nepal: Zwischen Annapurna und Mount Everest …

… liegt ein langes Jahr voller Sehnsucht und voller Pläne. Letztere betreffen im Moment weit mehr das Reiseland, als die Tour selbst. Doch dazu unten mehr. Seit Oktober 2014 bin ich nun von der großen Annapurna Umrundung zurück, im Oktober 2015 geht es zum Mount Everest Base Camp und Kala Patthar. Ich vertraue Wikinger Reisen bzw. den Partnern vor Ort. Ich weiß, dass alle verantwortungsbewusst mit uns Gästen umgehen und – was noch viel wichtiger ist – auch mit den Sherpas und Trägern!  Also bin ich unfassbar mutig und werde trotz gewaltiger Flugangst nach Lukla fliegen. Der Ort liegt im Khumbu-Gebiet auf einer Höhe von 2.860 Metern. Gebucht ist der Flug mit der nepalesischen Airline meines Vertrauens Yeti Airlines. Die Landung auf dem Tenzing-Hillary Airport werde ich mir besser nicht aus dem Fenster angucken … Die Hangneigung der nur 527 Meter langen Landebahn beträgt rund 12 %. Aber was muss, das muss.

Denn Trekking in Nepal ist mittlerweile aus meinem Leben nicht mehr wegzudenken. Einfach nur laufen, stundenlang und kilometerweit, auf leichten Wegstrecken den Blick schweifen lassen, Berge, Gletscher, Flüsse, Tiere und Pflanzen bestaunen, an steilen Anstiegen keuchen und schwitzen, bergab hochkonzentriert jeden Schritt mit Bedacht setzen und auf dem Gipfel jubeln und das Gefühl von Glück und Stolz einfach nur genießen. Jeden Tag ist ein Blick schöner als der andere.

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RIMG0459Aber das Laufen ist nicht alles: Begegnungen mit Menschen aus aller Welt, lange Gespräche abends am einzigen Ofen in eisigen Hütten, Diskussionen mit Händen und Füßen bei sonnigen Teepausen in bäuerlichen Lodges, unvergessliche Klosterbesichtigungen, farbenfrohe Prozessionen und stimmungsvolle Feste, ein reger kultureller Austausch – all das macht die Faszination Himalaya-Trekking aus. RIMG0308

Doch wenn man über den Tellerand schaut, sieht man deutlich, wie trügerisch diese Idylle sein kann. Das Leben vieler Menschen ist nicht romantisch – und Fotomotive offenbaren dies oft erst auf den zweiten Blick. Schnell sind ein bettelndes Kind am Wegesrand, ein Bauer bei der harten Feldarbeit oder ein lokaler Träger mit Baumaterial auf dem Rücken geknipst. Doch diese Bilder zeigen bittere Armut. Ich habe alte Menschen ohne feste Schuhe schwere Lasten tragen oder in ungesicherten Steinbrüchen Steine klopfen sehen. Kinder können nicht zur Schule gehen, denn diese ist für viele zu weit weg und zu teuer. Dabei ist Bildung der einzige Weg in eine bessere Zukunft.

Daher habe ich mich entschlossen, zu helfen. Von Deutschland aus und vor Ort. Über Travel for Soul habe ich eine Schulpatenschaft übernommen und unterstütze, wo immer es geht, ein Kinderhaus in der Nähe von Kathmandu. Im Oktober werde ich mein Patenkind besuchen. Ich habe Angst davor, ja, denn die Lebensumstände sind sehr sehr ärmlich. Aber die Freude überwiegt! Ich bin dankbar, etwas von meinem Glück, das ich in während meiner Reisen empfinde, zurückzugeben! Wenn auch Sie helfen möchten, treten Sie gerne mit mir in Kontakt.

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